EKaBS - Elektronischer-Kassenbeleg-Standard - HKSoftware

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Elektronischer-Kassenbeleg-Standard - Gemeinsames Projekt der DFKA e.V., dem ZDH, HDE und DEHOGA

HKSoftware - Info zur Kassensicherungsverordnung
Der Elektronische Kassen-Beleg-Standard (EKaBS) wurde in einer Kooperation von Mitgliedern des DFKA e.V. (Deutscher Fachverband für Kassen- und Abrechnungssystemtechnik), weiteren Herstellern aus dem Fachgewerbe und in Zusammenarbeit mit den Verbänden ZDH, HDE und DEHOGA, unter Beachtung aller rechtlichen und steuerlich relevanten Vorgaben erstellt. Auch durch diese Einbeziehung externer Expertise wurde in der Arbeitsgruppe „Elektronischer Beleg“ ein Standard geschaffen, der bereits in der Entwicklungsphase auf eine breite Akzeptanz getroffen ist.



Die Idee hinter dem Elektronischen Kassenbeleg
Der Gesetzgeber hat mit dem 1. Januar 2020 die Belegausgabepflicht in § 164a Abs. 2 S. 1 AO gesetzlich verankert. Das Anbieten einer Belegerstellung reicht demnach nicht aus. Der Beleg muss immer tatsächlich (und nachweisbar) erstellt und bereitgestellt werden. Diese Bereitstellung von Belegen dient als wichtiges Element für eine einfache Kassennachschau.

Mit der Einführung der "Bonpflicht" ist in Deutschland auch eine intensive öffentliche Diskussion über die Belegausgabepflicht entstanden. Aufgrund der sehr restriktiven Auslegung einer möglichen Befreiung durch die Finanzverwaltung besteht daher faktische keine Alternative. Neben dem klassischen Kassenbeleg wird von Politik und Verwaltung als papierlose Lösung die Erstellung eines elektronischen Kassenbelegs favorisiert. Dadurch kann die Belegpflicht eingehalten und gleichzeitig Papier eingespart werden.

Die Kassensicherungsverordnung erlaubt elektronische Belege, die einem standardisierten Format entsprechen (§ 6 KassenSichV). Nähere Details hierzu regelt auch die AEAO zu § 146a sowie ein ergänzendes Schreiben des BMF vom 28. Mai 2020.

"Die Zustimmung des Kunden zur elektronischen Bereitstellung des Beleges bedarf dabei keiner besonderen Form und kann auch konkludent erfolgen.

Die Sichtbarmachung eines Beleges an einem Bildschirm des Unternehmens (Terminal/Kassendisplay) allein, ohne die Möglichkeit der elektronischen Entgegennahme nach Abschluss des Vorgangs, reicht nicht aus!

Es bestehen keine technischen Vorgaben wie der Beleg zur Entgegennahme bereitgestellt oder übermittelt werden muss. Es ist z.B. zulässig, wenn der Kunde unmittelbar über eine Bildschirmanzeige (z.B. in Form eines QR-Codes) den elektronischen Beleg entgegennehmen kann. Eine Übermittlung kann auch z.B. als Download-Link, per Near-Field-Communication (NFC), per E-Mail oder direkt in ein Kunden erfolgen."

Eine elektronische Belegausgabe muss in einem "standardisierten Datenformat" erfolgen. Das bedeutet in diesem Zusammenhang allerdings nur, dass der "Empfang und die Sichtbarmachung eines elektronischen Kassenbeleges auf dem Endgerät des Kunden [...] mit einer kostenfreien Standardsoftware möglich sein" müssen. Dadurch bleiben allerdings die von verschiedenen Systemen erzeugten Belege so unterschiedlich, dass sie nicht einheitlich verwaltet und automatisiert ausgewertet werden können.

Diese Lücke soll der EKaBS Standard schließen!
Grundanforderungen des Projekts
Das Projekt hatte zur Aufgabe, folgende grundlegenden Anforderungen umzusetzen:

  • Technologieoffenheit:
    Das bedeutet (a) keine Vorgaben für Art der Implementierung und (b) große Freiheiten bei den „Transportwegen“ des Belegs zum Konsumenten.

  • Universelle Nutzbarkeit:
    Die standardisierten elektronischen Kassenbelege sollen in allen Branchen und in möglichst vielen verschiedenen Systemen umsetzbar sein.

  • Implementierung in Stufen:
    Dies soll einen möglichst schnellen Einsatz in der Praxis erlauben.

  • Über nötige Standardisierung hinaus nur Empfehlungen: Die Standardisierung beschränkt sich auf das zur korrekten Funktion und zur Erfüllung der rechtlichen Anforderungen Erforderliche. Um den Standard so einfach wie möglich zu machen, werden darüber hinaus maximal Empfehlungen ausgesprochen.

Der Standard folgt den folgenden Grundprinzipien:

  • Die elektronische Darstellung soll die gleichen Informationen enthalten wie die lesbare Form.

  • Es ist eine automatisierte Verifikation der Daten der Technischen Sicherheitseinrichtung (TSE) möglich.

  • Eine Verifikation ist per Auswertung des Security-Nodes ohne Einbeziehung anderer Daten möglich – bei Bedarf kann anschließend ein automatisierbarer Abgleich mit den anderen Beleginhalten erfolgen.

  • Wo es möglich ist, soll eine weitgehende Anlehnung an die Taxonomie zur Vereinfachung von Definition, Dokumentation, Implementierung und Anwendung erfolgen.

  • Momentan gilt eine Beschränkung auf die elektronische Darstellung von Kassenbelegen mit Rechnungscharakter. Es werden zurzeit keine anderen Belegtypen, wie zum Beispiel Lieferscheine, berücksichtigt – Erweiterungen sind grundsätzlich vorgesehen.

  • Der Standard ist bewusst kein „Ersatz für die Taxonomie”, d.h.:
    - Alle Belege zusammen sollen keine komplette Dokumentation der Kassenführung sein.
    - Die Beleginhalte haben nicht die gleiche Informationstiefe wie die Taxonomie.

Lizenz - Verwendung des EKaBS Standard
Vom DFKA e.V. als Lizenzgeber werden das EKaBS-JSON-Schema und die Dokumentation unter den Bedingungen der Creative Commons-Lizenz CC BY-SA 4.0 (Namensnen-nung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International) zur Verfügung gestellt.

Daraus resultieren folgende Rechte für den Nutzer: Das EKaBS-JSON-Schema und die Dokumentation dürfen vervielfältigt, weiterverbreitet, verändert und in jeder Form genutzt werden (auch kommerziell), solange der Hinweis auf den DFKA e.V. als Lizenzgeber erhalten bleibt und Modifikationen nur unter denselben Bedingungen weitergegeben werden.
Bedeutung des EKaBS für CashPro
Aktuell gibt es in Deutschland verschiedene Anbieter von elektronischen Kassenbelegen als APP-Lösungen oder QR-Codes in Verbindung mit den jeweiligen Anbieter-Plattformen. Einige große Handelsketten arbeiten aktuell ebenfalls an entsprechenden  APP-Lösungen ihren Kunden digitale Kassenbelege filialübergreifend anzubieten.

Wir sehen die Zukunft des digitalen Kassenbons allerdings nur in Verbindung mit einem einheitlichen Standard, wie er numehr von der DFKA geschaffen wurde. Damit ist eine standardisierte Weiterentwicklung möglich, die sowohl für Kunden als auch Sie als Einzelhändler Erleichterungen mit sich bringen.

Die berechtigte Hoffnung unsererseits besteht darin, dass der Gesetzgeber nachbessert und grundsätzlich die Möglichkeit einräumt, dass auch ein in der Cloud abgelegte E-Kassenzettel oder eine Kundenbestätigung mit digitaler Bonanzeige den gesetzlichen Anforderungen genügt. Ungeachtet der aktuellen Unwägbarkeiten hin zu einem digitalen Kassenzettel haben wir uns dazu entschieden, den EKaBS-Standard in unserer Software umzusetzen. Denn egal welche digitale Lösung in Zukunft angestrebt wird. Einen Übermittlungsstandard hierzu muss es in jedem Falle in einem einheitlichen Standard geben. Mit der digitalen Schnittstelle für die Finanzverwaltungen (DSFinV-K) in Kassensoftwareprogrammen ist dies seit dem Jahr 2020 bereits Realität geworden.
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