Jan 29

Nach einem Hinweis einer Kreisverwaltungsbehörde mussten wir die ursprünglich angedachte Einführung der Kappungsgrenzen bei Zusatzlizenzen neu betrachten und sind zum Ergebnis gekommen, diese aus Transparenz- und Verständnisgründen wieder auf die Volllizenzen zu beschränken.

Folgendes Verständnisbeispiel:

Ein Verein hat neben einer C-Lizenz zwei weitere Zusatzlizenzen eingereicht. Die Kappungsgrenze liegt bei 1,72 Lizenzen.

Unter Zugrundelegung des in VerAPro 2021 neu eingeführten Kappungsbereichs bei den Zusatzlizenzen berechnet das System aktuell 0,72 einer Zusatzlizenz. Dies ergibt demnach “nur” eine ME-Einheit von 234 Punkten. Diese Betrachtungs- und Berechnungsweise hat sich nunmehr als falsch herausgestellt. Dadurch würden dem Verein weniger ME-Einheiten bei einer Kappung zustehen, als wenn er “nur” die 1 Zusatzlizenz in Ansatz bringen würde.

Bei einer Kappung würde der Verein 1.044 ME-Einheiten erhalten. Bei der Variante ohne Kappung die korrekten 1.135 ME-Einheiten.

Der Fehler bei der neuen Berechnungsmethode in den Zusatzlizenzen liegt darin begründet, dass eine Zusatzlizenz nur als 1/2 Volllizenz gewichtet werden darf und damit die Kappungsgrenze von 0,72 (die von einer Volllizenz ausgeht) entsprechend vorher ebenfalls gewichtet werden muss.

Die korrekte Berechnung der Kappungsgrenze bei den Zusatzlizenzen müsste nach folgender Formel erfolgen:

Kappungsgrenze (0,72) / 0,5 (entspricht halber Lizenz) x ME-Faktor (325)

Dies würde einem Kappungsfaktor von 1,44 x 325 = 468 ME-Einheiten entsprechen. In der Endanwendung bedeutet dies, dass bei Kappungen von Zusatzlizenzen die Kappungsgrenze zunächst entsprechend umgerechnet werden müsste, um damit die korrekte ME-Einheit errechnen zu können. Faktisch macht es daher keinen Unterschied, ob eine Kappung bei Zusatzlizenzen oder bei einer Volllizenz erfolgt, da beide Lizenzen in ihrer Wertigkeit gleichgesetzt sind.

Allerdings ist es für die praktische Anwendung und vor allem Nachvollziehbarkeit äußerst schwierig, diese Umrechnung plausibel darzustellen, da ja bei der Faktorberechnung im Programm und später auch in den Bescheiden nicht die Kappungsgrenze von 0,72 stehen kann, sondern hier der faktisch doppelte Wert (1,44) gelistet werden müsste. Diese Betrachtungsweise dürfte zu vielfachen Rückfragen seitens der Vereine führen und einem Außenstehenden nur schwer vermittel- und erklärbar sein.

Aus diesen Gründen werden wir VerAPro entsprechend umprogrammieren und die Kappung – wie in den Vorjahren – jeweils auf die Volllizenz durchführen.

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